KI-Patentstrategie: warUm dIe ‘black box’ niCHt AUSREICHt

Bei der Patentierung von KI-Innovationen lauert ein häufig begangener Fehler: Die Anwendung der KI wird als geschlossene „Black Box“ dargestellt. Für ein wertvolles Patent reicht ein abstraktes Konzept allein nicht aus. Die Anmeldung muss die strenge gesetzliche Anforderung erfüllen, dass die Erfindung ausreichend nachvollziehbar beschrieben wird. Das bedeutet, dass ein durchschnittlicher Fachmann, wie beispielsweise ein erfahrener Machine-Learning-Ingenieur, die Erfindung ohne übermäßigen Experimentieraufwand reproduzieren können muss.

Die bloße Angabe, dass „ein KI-Modell auf einem Datensatz trainiert wurde“, führt oft zu einer Zurückweisung. Eine erfolgreiche Patentstrategie erfordert die Offenlegung eines konkreten „Rezepts“. Der Anmelder muss darlegen, was das Modell genau optimiert (z. B. Zielfunktionen oder Verlustfunktionen), welche Eingabedaten erforderlich sind (Merkmale und Labels), wie die Modellkonfiguration aussieht und wie der Trainingsvorgang genau abläuft. Kann der Anmelder seine spezifischen Trainingsdaten zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen nicht vollständig offenlegen? Dann ist es in der Regel wichtig, für reproduzierbare Anweisungen zu sorgen, wie ein Experte selbst vergleichbare Daten sammeln, filtern und labeln kann.

Zu weit gefasste Ansprüche

Eine weitere häufige Falle ist die Beanspruchung eines zu weit gefassten Schutzumfangs. Wenn der Anmelder angibt, dass die KI für Bilder, Text und Audio funktioniert, muss die technische Beschreibung diesen gesamten Umfang des Anspruchs stützen. Weit gefasste Ansprüche sind kommerziell sehr wertvoll, erfordern jedoch mindestens ein ausgearbeitetes Praxisbeispiel und eine technische Begründung, warum die Methode über diesen gesamten Umfang erfolgreich verallgemeinert werden kann. Fehlt diese umfassende Begründung, müssen die Ansprüche höchstwahrscheinlich im Erteilungs- oder Einspruchsverfahren zwangsläufig eingeschränkt werden.

Rein konzeptionelle Behauptungen halten oft nicht stand. Konkrete Beweise sind in der Regel entscheidend: Beschreiben Sie empirische Ergebnisse oder zumindest eine plausible, überprüfbare Argumentation, die zeigt, dass und warum die Erfindung funktioniert.

Kurz gesagt: Eine solide KI-Patentstrategie erfordert ein kluges Gleichgewicht zwischen maximalem kommerziellem Schutzumfang und umfassender technischer Transparenz. Schaffen Sie daher gemeinsam mit Ihrem Patentanwalt rechtzeitig eine solide und reproduzierbare Grundlage für Ihr KI-Patent.

Möchten Sie mehr erfahren?

Lies hier die Akte ‘Patente und KI-Erfindungen

Teilen